Verteidigungsminister Jung wünscht sich bis zu 6000 Soldaten für Afghanistan-Einsätze - DER SPIEGEL
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Verteidigungsminister Jung wünscht sich bis zu 6000 Soldaten für Afghanistan-Einsätze

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Entgegen ihren bisherigen Aussagen sieht die Bundesregierung offenbar keinen Zusammenhang zwischen der am Donnerstag beginnenden internationalen Afghanistan-Konferenz und dem Einsatz der Bundeswehr bei der Isaf-Stabilisierungstruppe.

Regierungssprecher und Spitzenpolitiker der Koalition hatten seit Februar mehrfach betont, ehe die Bundeswehr ihre auf 3500 Soldaten begrenzte Truppenstärke erhöhen oder neue Aufgaben übernehmen könne, müsse erst der Ausgang der Pariser Tagung abgewartet werden. Intern wird die jetzt aber heruntergespielt: Die Tagung habe keine "operative Bedeutung", verbreiteten Diplomaten des Auswärtigen Amts.

Von der Konferenz "hängt gar nichts ab", hieß es jetzt im Verteidigungsministerium. Minister Franz Josef Jung (CDU) kündigte Wehrpolitikern der Koalition vergangene Woche bereits an, er wolle noch vor der Sommerpause, also spätestens Ende Juni, eine Zahl für die künftige Truppenstärke nennen. Um mehr Spielraum zu bekommen, wäre dem Ressortchef eine Obergrenze von 6000 Mann am liebsten.

Ob er so weit gehen wird, ist aber noch ungewiss: Der Afghanistan-Einsatz ist in der Bevölkerung unbeliebt, und Jung möchte keine Koalitionsabgeordneten in Schwierigkeiten bringen, die parteiintern um ihre Wiederaufstellung für die Bundestagswahl 2009 bangen müssen. Gleiches gilt für die Schwesterpartei CSU. Sie hatte im Februar durchgesetzt, das Bundestagsmandat erst nach der bayerischen Landtagswahl am 28. September zu verändern.