Finanzierung des "Eurofighter"-Projekts ist gefährdet - DER SPIEGEL
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Finanzierung des "Eurofighter"-Projekts ist gefährdet

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach Einschätzung von Rüdiger Wolf, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, droht dem teuren "Eurofighter"-Projekt eine "kritische Lage". In einem Brandbrief forderte er seine Kollegen in Großbritannien, Italien und Spanien in der vergangenen Woche auf, den seit Monaten schwelenden Streit um den Vertrag über die letzten 236 der insgesamt 620 geplanten Flugzeuge zu beenden. Hintergrund des Briefs ist ein Knäuel unterschiedlicher Konflikte: Laut Wehrressort verlangt das Herstellerkonsortium für die letzten Flieger überhöhte Preise, allein Deutschland müsste für seine vorgesehenen 68 Maschinen rund 1,6 Milliarden Euro mehr aufwenden als bisher veranschlagt. London möchte aus Geldnot weniger "Eurofighter" kaufen, den Partnern aber nicht alle Mehrkosten erstatten, die dadurch entstehen könnten. Auch Italien hat nicht genug Mittel. Um wenigstens einige neue Flieger ordern zu können, will Rom gebrauchte "Eurofighter" an Rumänien verkaufen. "Um eine teure Produktionslücke zu vermeiden", regt Wolf nun "in tiefster Sorge" in seinem Brief an, die Restbestellung zu splitten. Etwa die Hälfte der 236 Jets sollten die vier Länder bald fest unter Vertrag nehmen. Für die übrigen könnten sie "Optionen" erteilen, über die dann erst 2012 entschieden würde. Wolfs Plan käme auch der SPD entgegen: Deren Wehrpolitiker verlangen, die Bundeswehr solle auf 30 ihrer geplanten 180 "Eurofighter" verzichten und so zumindest einen Teil der auf 25 Milliarden Euro geschätzten Gesamtkosten sparen.