Notbremsung war nicht Ursache für ICE-Entgleisung
Die Entgleisung des ICE 518 am vergangenen Mittwoch im Kölner Hauptbahnhof hängt nach derzeitigem Stand der Ermittlungen offenbar nicht mit der kurz zuvor erfolgten Notbremsung des Zugs zusammen. "Das war nicht die Ursache der Entgleisung", sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Günther Feld auf Anfrage. Die Deutsche Bahn AG hatte zuvor erklärt: Das Fahrpersonal habe den Zug mit einer Notbremsung gestoppt, um eine drohende Gefahr abzuwenden. Tatsächlich hatten sich Zugreisende nach ersten Vernehmungsergebnissen der Staatsanwaltschaft offenbar bereits kurz hinter Frankfurt beim Zugpersonal über verdächtige Geräusche beschwert eine Fahrstunde von Köln entfernt. Ein Fahrgast soll sich sogar noch beim Aussteigen in Siegburg, also gut 15 Fahrminuten vor Köln, beim Zugpersonal gemeldet haben. Die Notbremse wurde nach Erkenntnissen der Ermittler gezogen, weil im Kölner Hauptbahnhof bereits Metallteile der kaputten Achse herausstanden und über Gleise und deren Verschraubungen schleiften. Professoren der Technischen Hochschule Aachen wurden von der Justiz mit der Untersuchung der gebrochenen Achse beauftragt. Die Bahn will sich wegen des laufenden Verfahrens derzeit nicht zu Einzelheiten äußern, versichert aber, den Vorfall zügig und rückhaltlos aufklären zu wollen.