Verhandlungspoker um die am Ararat entführten Deutschen - DER SPIEGEL
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Verhandlungspoker um die am Ararat entführten Deutschen

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Eine schnelle Lösung des Geiseldramas in der Türkei ist in der vergangenen Woche offenbar an dem feindlichen Verhältnis der PKK zur türkischen Regierung gescheitert. Bereits kurz nach der Entführung hatte die kurdische Separatistenorganisation dem deutschen Krisenstab die Freilassung der drei Bergsteiger angeboten, die am 9. Juli am Berg Ararat verschleppt worden waren. Die Geiseln sollten dem Internationalen Roten Kreuz übergeben werden. Die türkische Regierung hatte diese Offerte allerdings abgelehnt und erklärt, auf ihrem Staatsgebiet dürfe lediglich die islamische Hilfsorganisation Roter Halbmond operieren. Deren Vermittlung lehnte wiederum die PKK ab. Die Gespräche laufen über mehrere geheime Kanäle, die der deutsche Krisenstab aufgebaut hat. Aus den Verhandlungen weiß die Bundesregierung auch, dass es dem Trio, das sich offenbar noch in der Umgebung des Ararat aufhält, vergleichsweise gutgeht. Einen deutschen Kompromiss, die PKKKämpfer sollten die drei Bayern einfach laufenlassen und verschwinden, wies die Kurden-Organisation zurück; dadurch werde das Leben der Deutschen unnötig gefährdet. Der Krisenstab fürchtet, dass die Freilassung durch die unterschiedlichen Interessen der Kontrahenten erschwert wird. Offenbar beharrt die PKK auf einer öffentlichkeitswirksamen Übergabe, die Türken dagegen wollen einen Propagandacoup der Kurden vermeiden. Mit Sorge wird im Krisenstab deshalb eine für den Wochenbeginn geplante Reise deutscher und europäischer Parlamentarier in die Region gesehen. Zur Delegation sollen auch die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke von der Linkspartei sowie Vertreter der gemäßigten Kurden-Partei DTP gehören. Diese hatte bereits bei der Freilassung von acht entführten türkischen Soldaten im vergangenen Jahr eine Rolle gespielt.