Spielsucht-Experten wollen Automatenspiel begrenzen
Ein von den Bundesländern eingesetzter Fachbeirat mit Spielsuchtexperten fordert drastische Einschränkungen bei Geldspielautomaten. Es sei durch Studien belegt, dass die Daddelgeräte in Spielhallen und Gaststätten unter allen Glücksspielarten die höchste Suchtgefahr mit sich brächten, heißt es zur Begründung in einem entsprechenden Beschluss. Für vier Fünftel aller Spielsüchtigen, die sich an Beratungsstellen wenden, seien diese Geräte das Hauptproblem. Deshalb müsse unter anderem die Dauer der einzelnen Spiele deutlich verlängert und der mögliche Verlust von derzeit 80 auf 7 Euro pro Stunde gesenkt werden, schlagen die Experten vor. Das für die Spielverordnung zuständige Bundeswirtschaftsministerium lehnt solche Beschränkungen strikt ab: Im Ergebnis liefen sie "auf ein faktisches Verbot des gewerblichen Spiels hinaus", heißt es in einer Antwort des vom Ministerium geführten Bund-Länder-Ausschusses "Gewerberecht" zu den Vorschlägen. Es stelle sich vielmehr die Frage, inwieweit die Länder das Automatenspiel in ihren staatlichen Spielcasinos begrenzen sollten; dieses sei nämlich "weiterhin keinerlei Schranken unterworfen".