Internationale Energieagentur gibt keine Entwarnung fürden Ölpreis - DER SPIEGEL
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Internationale Energieagentur gibt keine Entwarnung fürden Ölpreis

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Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris, Nobuo Tanaka, gibt trotz des jüngsten Preisrutschs bei Rohöl keine Entwarnung für die Märkte. "Wir bleiben mit unserer Einschätzung vorsichtig", sagte Tanaka dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL: "Wir leben in Zeiten hoher Energiepreise, da führt kein Weg zurück." Die Situation werde sich zwar in den kommenden ein bis zwei Jahren beruhigen, meinte Tanaka: "Danach aber dürfte sich die Lage erneut anspannen."

Der Markt sei außerordentlich eng geworden, die Förderländer investierten zu wenig in die Erschließung neuer Vorkommen und den Ausbau alter Anlagen, warnte der IEA-Chef: "Das gibt uns Anlass zur Sorge." Weltweit gehe das Volumen auf den existierenden Ölfeldern jährlich im Schnitt um fünf Prozent zurück: "Wir registrieren, dass die Fördermenge steil abfällt." Nach Einschätzung Tanakas werden jedes Jahr mehr als 3,5 Millionen Barrel Öl am Tag zusätzlich benötigt, um diese Verluste auszugleichen. Gleichzeitig aber steige die Nachfrage um rund eine Million Barrel am Tag. "Dieses Missverhältnis macht deutlich, wie ungeheuer eng der Markt ist", so Tanaka: "Hier entsteht eine Lücke." Tanaka forderte die Erdölproduzenten auf, ihre Kapazitäten erheblich zu erweitern: "Wenn wir künftig Krisen vermeiden wollen, müssen die Förderländer ihre Hausaufgaben machen."

Zur deutschen Debatte über die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken sagte Tanaka, es sei ohne den Einsatz der Kernenergie unmöglich, die CO2-Emissionen wie vereinbart bis 2050 um die Hälfte zu reduzieren: "Das sollten auch die Deutschen begreifen", so der IEA-Chef.