Sauerland-Zelle plante Anschläge rund um die Bundestags-Entscheidung zum Isaf-Mandat der Bundeswehr - DER SPIEGEL
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Sauerland-Zelle plante Anschläge rund um die Bundestags-Entscheidung zum Isaf-Mandat der Bundeswehr

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Die vor einem Jahr im Sauerland festgenommenen Terrorverdächtigen Fritz Gelowicz, 29, Adem Yilmaz, 29, und Daniel Schneider, 22, planten nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts (BKA) ihre Bombenanschläge zeitlich zu verknüpfen mit der im Oktober 2007 anstehenden Verlängerung des Isaf-Afghanistan-Mandats der Bundeswehr. Das geht aus abgehörten Gesprächen sowie aus einer Schreibkladde hervor, die bei der Festnahme vor einem Jahr gefunden wurde. Sie enthält neben einer "To-Do"-Liste auch das Datum 13. 10. 2007, versehen mit einem Fragezeichen. Gelowicz erwähnt den Tag auch in einem abgehörten Gespräch gegenüber Daniel Schneider. Der mutmaßliche Mitverschwörer Yilmaz nennt in einem belauschten Gespräch Gießen als möglichen Anschlagsort, dort gebe es große amerikanische Discos. Er wolle, sagt Yilmaz, "das Beste rausholen, wirklich: zweiter 11. September". Die Entscheidung, den Dschihad nach Deutschland zu tragen, haben Gelowicz und Yilmaz offenbar bei einem gemeinsamen Besuch eines Ausbildungslagers in Pakistan gefällt. Eigentlich habe man von dort gar nicht zurückkommen wollen, sagt Gelowicz in einem der Gespräche, man habe etwas anderes gewollt. Die Ermittler glauben, damit sei der bewaffnete Kampf in Afghanistan oder Pakistan gemeint. "Aber Allah hat uns unseren Weg gezeigt", so Gelowicz. Seine persönliche Entscheidung für den Dschihad schildert er als eine Art Erweckungserlebnis. Ende 2003 sei ihm bei einem Essen vor einem Kebab-Laden plötzlich klargeworden, dass auch er in den Dschihad ziehen müsse. Die Gesamtausgaben der Drei für die Tatvorbereitungen beziffert das BKA auf "ungefähr 9000 Euro". Von den insgesamt 26 bereits beschafften Sprengzündern waren einem BKA-Gutachten zufolge die meisten "nicht geeignet, Sprengstoffe zu initiieren", offenbar waren sie feucht geworden. Die Bundesanwaltschaft stellt derweil gerade die Anklage gegen die drei Terrorverdächtigen fertig. Ihnen wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen, die Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens, Daniel Schneider zudem versuchter Mord. Fritz Gelowicz sieht die Bundesanwaltschaft als Rädelsführer. Auch in einem internen BKA-Papier heißt es, ihm könne "der Hauptanteil an der Tatvorbereitung für einen Sprengstoffanschlag in Deutschland zugeschrieben werden".