Airbus droht mit Abbruch des A400M-Programms
Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS droht mit dem Abbruch der Entwicklung des neuen Militärtransporters A400M, falls die sieben europäischen Käufer-Nationen finanziell nicht entgegenkommen. Das Projekt, das wegen technischer Probleme in Verzug geraten ist, bereite EADS "beträchtliche Schwierigkeiten", schrieb Konzern-Chef Louis Gallois in einem Brief an Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU). EADS habe bereits den "erwarteten Profit" aus dem Verkauf von 180 Maschinen "investiert" und zusätzlich weitere 1,4 Milliarden Euro bereitgestellt. Die A400M sei ein "hochgradig negatives Geschäft" und belaste die weltweite finanzielle "Performance" des Konzerns. "Die Lage kann in den kommenden Monaten unhaltbar werden", droht Gallois, "wenn wir uns nicht gemeinsam auf ein zufriedenstellendes weiteres Vorgehen einigen können." Der Konzern verlangt von den Bestellern den Verzicht auf hohe Strafzahlungen, die fällig werden, wenn EADS das Flugzeug verspätet liefert. Die Firma spricht bislang von einer Verzögerung von sechs bis zwölf Monaten. Mindestens zwei Jahre Verzug erwarten dagegen Experten der Bundeswehr, die im französischen Toulouse die Entwicklungsarbeit überwachen. Trotz des Gallois-Briefes will das Verteidigungsministerium, das 60 Maschinen im Wert von weit über acht Milliarden Euro bestellt hat, hart bleiben. Über finanzielle Zugeständnisse könne man erst dann verhandeln, beschied Rüstungsstaatssekretär Rüdiger Wolf vergangene Woche einen EADS-Emissär, wenn der Konzern einen verbindlichen Liefertermin nenne.