Deutsche Unis schrecken Auf- und Quereinsteiger ab - DER SPIEGEL
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Deutsche Unis schrecken Auf- und Quereinsteiger ab

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Deutschlands Studenten sind ein relativ exklusiver und elitärer Zirkel. Auf- und Quereinsteiger finden nur selten den Weg an die Hochschulen. Das zeigt der neue EUStudentenreport, der Ende dieser Woche in Berlin vorgestellt wird und dem Nachrichten- Magazin DER SPIEGEL bereits vorliegt. Forscher der Hochschul-Informations- System GmbH (HIS) aus Hannover vergleichen darin die soziale und wirtschaftliche Lage der Hochschüler in 23 europäischen Staaten. Die Studie legt nahe, dass es in Deutschland nicht gerecht zugeht: Verfügt der Vater nicht über einen Uni-Abschluss, studieren Kinder hierzulande seltener als etwa in den Niederlanden oder in Finnland. Ähnlich schwer haben es auch Quereinsteiger in Deutschland. Die Forscher fragten, inwieweit Berufserfahrung das Abitur oder einen vergleichbaren Abschluss ersetzen könne. In Deutschland hat nach ihren Berechnungen nur jeder hundertste Student einen solchen Lebenslauf, in Großbritannien oder der Schweiz liegt die Quote deutlich höher. Dies soll sich allerdings ändern. Auf dem Bildungsgipfel im Oktober wollen Bund und Länder beschließen, mehr Studenten an die Hochschulen zu locken. Ein "Aufstiegspaket" solle geschnürt werden, heißt es in einem vorläufigen Konzept für den Gipfel. Wie der SPIEGEL berichtet, wollen die Politiker demnach beschließen, dass "der allgemeine Hochschulzugang für Meister, Techniker, Fachwirte und Inhaber gleichgestellter Abschlüsse" leichter möglich wird. Zudem könnten sich Bund und Länder darauf einigen, "die Entwicklung von praxisnahen und berufs- und ausbildungsbegleitenden Studiengängen" voranzutreiben, wie es in dem Entwurf heißt. Werden diese Pläne Wirklichkeit, müssen sich die deutschen Hochschulen umstellen. Professoren wären dann mit mehr Studenten neuen Typs konfrontiert. "Bislang haben sie es mit einer vergleichsweise homogenen Gruppe von Studenten zu tun", sagte der HIS-Experte Dominic Orr dem SPIEGEL.