Ehemaliger Dresdner-Bank-Chef Walter war frühzeitig über Siemens-Zahlungen an AUB informiert
Die Millionenzahlungen von Siemens an die arbeitgeberfreundliche Betriebsräteorganisation AUB bringen einen weiteren Top-Manager in Bedrängnis: den Ex-Dresdner-Bank-Vorstandssprecher Bernhard Walter. Er sitzt bis heute im Aufsichtsrat namhafter Großkonzerne. Wie Walter auf Anfrage bestätigte, war er bereits 2001 über "auffällige Zahlungen" an den Ex-AUB-Chef Wilhelm Schelsky informiert. Trotzdem unterließ er es offenbar, die dubiosen Vorgänge bei den Behörden anzuzeigen. Um den verdeckten Geldtransfer an Schelsky zu vertuschen, hatte Siemens die Mittel nicht direkt an ihn überwiesen, sondern bis 1995 über die maßgeblich von der Dresdner Bank beeinflusste Firma Sicon laufen lassen, bei der Siemens Großkunde war. Im Jahr 2001 Walter amtierte damals als Verwaltungsratsvorsitzender der Sicon-Mutter KG Allgemeine Leasing fanden interne Prüfer heraus, dass Schelsky der Sicon für ihr Geld gar keine Leistung erbracht hatte, die Scheinrechnungen somit steuerlich nicht abzugsfähig waren. Deshalb musste die Sicon sogar hohe Summen nachversteuern. Wie aus einem Vermerk Walters vom 21. Dezember 2001 hervorgeht, besprach er an jenem Tag das Problem auch mit dem damaligen Siemens-Aufsichtsratschef Karl-Hermann Baumann. Nach dem Telefonat notierte Walter, Baumann habe ihm "bestätigt, dass der Vorgang so in Ordnung und korrekt abgewickelt sei. Wir können die Akten schließen". Walter betont, für ihn seien 2001 "keinerlei Zusammenhänge mit der eventuellen Finanzierung einer Gewerkschaft AUB zu erkennen" gewesen. Baumann schweigt.