IOC-Vizepräsident Bach gerät in den Sog der AUB-Affäre
Der Vizepräsident des IOC, Thomas Bach, gerät zunehmend in den Sog der Affäre um die heimlich von Siemens finanzierte Betriebsräte-Organisation AUB. Wie sich aus Ermittlungsakten ergibt, hat sich der ehemalige Siemens-Lobbyist Ende 2004 bei der Betriebsärztlichen Dienststelle der Siemens AG impfen lassen. Bach behauptet, er habe dies getan, weil er als Anwalt für Siemens ins Ausland reisen musste. Die Kosten über 1582,40 Euro trugen nicht Bach oder Siemens, sondern die Firma pro fit GmbH, die zu 90 Prozent seinem Duz-Freund und Ex-AUB-Chef Wilhelm Schelsky gehörte. Warum das so war, konnte Bach auf Anfrage nicht erklären; dieser Umstand sei ihm unbekannt gewesen. Bach bestätigte zudem, dass er sich am 3. Mai 2004 im Kempinski Hotel am Münchner Flughafen mit Schelsky und dem damaligen Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer getroffen habe. Feldmayer steht zurzeit mit Schelsky in Nürnberg vor Gericht (SPIEGEL 39/2008), weil er bei Siemens jahrelang für die AUB-Finanzierung verantwortlich gewesen sein soll. Die Kosten des Essens trug Schelsky. Laut Bach habe das Treffen aber nur einen rein privaten Hintergrund gehabt. Weder bei dieser noch bei anderer Gelegenheit habe er mit Schelsky oder anderen über die von Siemens finanzierten Bemühungen gesprochen, mittels AUB arbeitgeberfreundliche Betriebs- oder Aufsichtsräte zu installieren. Er habe sich auch nicht rund 40-mal von Schelsky zum Essen einladen lassen, wie das aus Schelskys Buchhaltung hervorgeht.