Führung der Linken verärgert Parteimitglieder mit der Suche nach Bundespräsidentschaftskandidaten
Für die Führung der Linken wird die Entscheidung über einen eigenen Kandidaten zur Wahl zum Bundespräsidenten zunehmend zum Problem. In der Partei wächst der Unmut über das Trio Gregor Gysi, Oskar Lafontaine und Lothar Bisky, das die Kandidatensuche als Chefsache betrachtete. Nachdem die Verhandlungen mit Schauspieler Peter Sodann bekannt wurden, verlangten die Parteivize Klaus Ernst und Katja Kipping mehr Mitspracherecht. Vorher hatten vor allem die Frauen in der Partei darauf gedrängt, mit einer Kandidatin anzutreten, weil alle prominenten Funktionen mit älteren Männern besetzt sind. "Da haben die Herren wohl übersehen, dass Sodann keine Frau ist", kritisiert die Vize-Parteivorsitzende Halina Wawzyniak. Der Ex-"Tatort"-Kommissar kam ins Spiel, nachdem sich Lafontaine und Gysi um die Autorin Daniela Dahn bemüht hatten. Lafontaine habe sie zwar als "Idealbesetzung" gelobt, bestätigte Dahn. Sie habe aber abgesagt, weil die Aussichten, sich durch eine Kandidatur "politisch wirksam einzumischen gering waren". Die Linke- Bundestagsfraktion soll am 14. Oktober über die Kandidatur beraten. "Es ist nichts entschieden", sagt Bisky.