GSG-9-Einsatz in der Sahara sollte nach Lösegeldübergabe stattfinden
Der Krisenstab im Auswärtigen Amt wollte die Entführer von elf Touristen und ihren ägyptischen Begleitern mit einem Kommando der GSG9 in der Sahara dingfest machen. Der Zugriff sollte nach der Übergabe eines Lösegeldes stattfinden. Eine Verhandlungsgruppe des Bundeskriminalamtes hatte sich mit den Geiselnehmern zuvor bereits auf die Summe von zwei Millionen Dollar geeinigt. Auf einer Sondersitzung am vergangenen Sonntag im Auswärtigen Amt hatte sich der Krisenstab auf dieses Vorgehen verständigt. Allerdings wurde der GSG-9-Einsatz verzögert, weil die Elite-Einheit unerwartet lange brauchte, um einsatzbereit zu sein. Deshalb waren die Geiseln zum Zeitpunkt des geplantes Zugriffs bereits frei. Die arabischen Entführer hatten die Touristengruppe zurückgelassen, nachdem das sudanesische Militär den Anführer der Kidnapper und mehrere seiner Leute erschossen hatte. Es ist das erste Mal seit Jahren, dass Berlin eine Geiselnahme mit Gewalt lösen wollte. Insofern gilt die GSG-9-Bereitstellung als Paradigmenwechsel im Krisenmanagement der Bundesregierung.