Stasi kümmerte sich um Willi van Ooyen - DER SPIEGEL
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Stasi kümmerte sich um Willi van Ooyen

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Das DDR-Ministerium für Staatssicherheit sorgte sich Mitte der achtziger Jahre um die westdeutsche Friedensunion DFU und auch um den damaligen Bundesgeschäftsführer Willi van Ooyen, den heutigen Fraktionschef der Linken im hessischen Landtag. Das geht aus Stasi-Unterlagen hervor, die jetzt von der Birthler-Behörde freigegeben wurden. Den Unterlagen zufolge beunruhigte die Staatssicherheit, dass der Verfassungsschutz der Bundesrepublik die Organisation ins Visier genommen hatte. Im Verfassungsschutzbericht des Jahres 1984 wurde die DFU zu den "linksextremistischen Organisationen" gerechnet, weil der Einfluss von Kommunisten in der Vereinigung besonders ausgeprägt sei. Die Stasi-Auswerter, die sich den Verfassungsschutzbericht besorgt hatten, fürchteten "gezielte Maßnahmen", um DFU-Mitglieder zu "diffamieren" und sie als "Agenten anzuwerben". Die Stasi registrierte auch "gegnerische Aktivitäten" gegen einzelne DFU-Aktivisten. Dem "Gegner" lägen "umfangreiche Erkenntnisse" zu van Ooyen vor. Zum Schutz der DFU empfahl die DDR-Spionageabwehr, den "Feindangriffen" mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Van Ooyen war seit 1976 hauptamtlich zunächst als hessischer Landesgeschäftsführer, seit 1984 als Bundesgeschäftsführer der DFU beschäftigt. Er bezog ein Monatsgehalt von rund 2300 D-Mark. Nach eigener Aussage hat er in dieser Zeit nicht bemerkt, dass die DKP-nahe Organisation regelmäßig mit Millionenbeträgen aus der DDR finanziert wurde. Noch 1989 sollte die DFU nach einem internen Bericht über die Abteilung "Verkehr" des SED-Zentralkomitees "Solidaritätsmittel" von 3,1 Millionen D-Mark aus den Devisenbeständen der DDR bekommen.