Israelischer Journalist hat möglicherweise Relikte aus der "Reichskristallnacht" in Brandenburg entdeckt - DER SPIEGEL
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Israelischer Journalist hat möglicherweise Relikte aus der "Reichskristallnacht" in Brandenburg entdeckt

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Ein israelischer Journalist hat auf einer alten Mülldeponie in Brandenburg Relikte aus der Nazi-Zeit gefunden, die seiner Ansicht nach den Pogromen in der sogenannten Reichskristallnacht im November 1938 entstammen könnten. Yaron Svoray, 54, stieß auf den Ort eine knappe Autostunde nordöstlich Berlins während einer Recherche über Hermann Görings Jagdschloss Karinhall. Ein Anwohner erzählte ihm, dass dort nach den Pogromen Gegenstände aus zerstörten jüdischen Haushalten abgeladen worden waren. Svoray fand nach kurzer Suche mehrere Artefakte, darunter eine grüne Flasche, deren Glas mit einem jüdischen Davidstern verziert ist, und den Teil einer ornamentierten Stuhllehne, wie es sie dem Journalisten zufolge in Synagogen gab. Die Halde hat eine Gesamtfläche von etwa vier Fußballfeldern und wurde laut einer alten Karte seit 1900 genutzt. Jener Abschnitt, wo Svoray die Relikte fand, diente laut dieser Karte in der Zeit von 1935 bis 1940 als Abladeplatz. "Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um Überbleibsel aus der Reichskristallnacht", sagt Svoray, der in den neunziger Jahren mit einem Undercover- Bericht aus der deutschen Neonazi-Szene bekannt wurde. Die Bundesregierung müsse nun Experten mit der Erkundung des Gebiets beauftragen. "Wir zweifeln nicht im Geringsten daran, dass weitergehende Forschungen an dieser Stelle die Vermutungen bestätigen", sagt Tanja Ronen-Löhnberg vom israelischen Museum der Ghettokämpfer, einer anerkannten Forschungsstelle für Nazi-Verbrechen.