Handel mit illegalen Medikamenten steigt sprunghaft an
Der Handel mit Arzneimitteln zweifelhafter Herkunft steigt dramatisch. Beschlagnahmte der Zoll 2007 noch rund 1,5 Millionen Tabletten, über 100 000 Ampullen und 200 Kilogramm Pulver im Wert von mehr als acht Millionen Euro, waren es im ersten Halbjahr 2008 schon mehr als doppelt so viel. Experten rechnen damit, dass sich die Zahl bis Jahresende mindestens vervierfachen wird. Geschmuggelt werden nicht nur Doping- und Potenzpillen, sondern auch Antihistaminika für Allergiker, blutdrucksenkende Mittel und sogar Anästhesiepräparate für den Einsatz bei Operationen. Grund für den enormen Anstieg sind eine verstärkte Nachfrage, aber auch zunehmende Kontrollen. So wirbt das Zollkriminalamt in Osteuropa massiv um Unterstützung der dortigen Behörden, um Vertriebs- und Zahlungswege zu ermitteln. Der illegale Medikamentenhandel ist aber nicht nur ein Problem des Internet. Mehrere Staatsanwaltschaften bereiten derzeit bundesweit Anklagen gegen Pharmahändler und mehr als hundert Apotheker vor, die illegale Billigimporte aus dem Ausland als reguläre Krebsmittel abgerechnet haben sollen.