Wissenschaftler und Unternehmer kritisieren Qualität der Kinderbetreuung
Führende deutsche Wissenschaftler und Vertreter aus Politik und Wirtschaft fordern, die frühkindliche Betreuung in Deutschland massiv aufzuwerten. In einer gemeinsamen Erklärung, die eine Delegation der Hochschulen Heidelberg und Osnabrück am Freitag im Bundesfamilienministerium überreichen wird, heißt es, die Rahmenbedingungen für frühe Bildung müssten "drastisch verbessert" werden. Das Niveau der Erzieherausbildung sei das niedrigste in ganz Europa. Daher verlangen die Unterzeichner, darunter der Erziehungswissenschaftler Wassilios Fthenakis und Jürgen Kluge von der Unternehmensberatung McKinsey, das Kita-Personal vermehrt an Universitäten und Fachhochschulen auszubilden und die Qualität der Kinderbetreuung nachdrücklicher zu überprüfen. "Es ist unerhört, dass Spülmaschinen, Felgen und Sonnencremes einer regelmäßigen Qualitätskontrolle unterzogen werden müssen, unsere Kindergärten und Bildungseinrichtungen aber nicht", sagt Jeanette Roos, Professorin für Psychologie und Mitautorin der Erklärung. Dabei seien Ausgaben für den Früh- und Elementarbereich Investitionen mit hohem volkswirtschaftlichen Ertrag.