Bayer-Chef fordert Manager zum Maßhalten auf - DER SPIEGEL
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Bayer-Chef fordert Manager zum Maßhalten auf

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Bayer-Chef Werner Wenning warnt vor überzogenen Gehaltsvorstellungen von Managern. "Auch wir müssen maßhalten", sagte er dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. "Es hat sicher einige Auswüchse gegeben, die nicht in Ordnung waren." Er sei aber auch der Meinung, dass sich Leistung lohnen müsse. Wenning verteidigte die Höhe seines eigenen Gehalts von rund 3,3 Millionen Euro (2007), das ist rund 50-mal so viel, wie ein tariflich beschäftigter Bayer-Mitarbeiter verdient. Für ihn sei entscheidend, so Wenning, dass es eine transparente Gehaltsstruktur mit klaren Kriterien gebe. "Ob ich jetzt 50-mal so viel verdiene oder mehr oder weniger, das ist nicht die Frage, das sind doch Scheingefechte." Er habe weder in der Hauptversammlung noch bei einer Betriebsversammlung Kritik an seiner Vergütung gehört. "Die Mitarbeiter haben ihren Anteil, und der Vorstand hat seinen Anteil." Wenning wies pauschale Vorwürfe zurück, die Manager hätten mit übertriebenem Streben nach kurzfristigem Profit die Finanzkrise mitverursacht. "Das ist mir zu einfach, die aktuelle Krise auf die angebliche Gier der Manager zurückzuführen." Das Streben nach Gewinn sei dem Menschen innewohnend, so der Konzernchef. "Vielleicht ist ein wenig ,gesunde' Gier sogar ganz nützlich und natürlich. Das treibt uns an und bringt uns weiter." Wenning lobte das Management der Bundesregierung in der Finanzkrise. "Was die Bundeskanzlerin und der Finanzminister geleistet haben, war richtig und wichtig." Die Politik habe bewiesen, dass sie durchaus Krisen meistern könne. Kritik übte Wenning hingegen an der Sprachlosigkeit der Wirtschaftsverbände. "Ich würde mir auch wünschen, wenn sich die Verbände stärker artikulieren würden."