Putin erhielt Mielkes Orden in Bronze - DER SPIEGEL
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Putin erhielt Mielkes Orden in Bronze

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Russlands neuer Präsident Wladimir Putin ist während seiner DDR-Jahre im Einsatz als KGB-Agent von Stasi-Chef Erich Mielke 1988 mit der Verdienstmedaille der Nationalen Volksarmee ausgezeichnet worden. Allerdings wurde der damalige Major der Dresdner KGB-Filiale lediglich mit der Ausgabe in Bronze gewürdigt, wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet. Denn Putin galt als ein typischer Vertreter der zweiten Reihe.

Zu den Aufgaben der Dresdner KGB-Agenten gehörte das Anwerben von Geschäftsleuten aus Westdeutschland und ausreisewilliger DDR-Bürger zur Spitzelarbeit für Moskau. Gegen mehrere KGB-Offiziere, die aus der DDR den Westen ausspähten, leitete der Generalbundesanwalt nach 1990 Ermittlungen ein. Putin ist nicht darunter.

Dass der heutige Russen-Präsident seinerzeit auch einige DDR-Agenten geführt haben soll, überrascht Ostberlins einstigen Spionagechef Markus Wolf keineswegs. Wolf zum SPIEGEL: "Das war normal, die müssen ja irgend etwas getan haben, zumal ein Major, der wollte ja befördert werden." Putin ging während der Wende zurück nach Leningrad (St. Petersburg). Keine seiner Spitzel-Quellen im Westen ist bis heute aufgeflogen. So manche, da sind Staatsschützer sicher, liefert noch heute Informationen nach Moskau.