Tiefensee gerät wegen Auftragsvergabe ohne Ausschreibung in Bedrängnis - DER SPIEGEL
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Tiefensee gerät wegen Auftragsvergabe ohne Ausschreibung in Bedrängnis

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Die enge Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) wird zu einer Belastung für Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Seine Behörde hatte PwC Ende Oktober ohne Ausschreibung die Verlängerung eines lukrativen Vertrags angeboten. Die Unternehmensberatung solle bis Ende 2010 weiterhin prüfen, ob die Anträge deutscher Reeder auf staatliche Zuschüsse zur Senkung der Lohnnebenkosten berechtigt seien. Der Bund schüttete im vergangenen Jahr fast 50 Millionen Euro für diese Subvention aus, PwC durfte für die Abwicklung etwa 700.000 Euro Gebühren kassieren. Die Nähe des Tiefensee-Ministeriums zu PwC wird intern seit langem heftig kritisiert, unter anderem in einem Beschwerdebrief des Bundesamts für Seeschifffahrt an das Ministerium. "Äußerst problematisch" sei es zum Beispiel, dass PwC eine Doppelfunktion habe. Das Unternehmen begutachte nicht nur die Anträge, sondern habe in einigen Fällen zunächst als Wirtschaftsprüfer der Reeder deren Angaben bestätigt – und dafür ebenfalls kassiert. Das Ministerium sieht hier "keinen Interessenkonflikt". Die Prüfungen scheinen ohnehin nicht allzu streng zu sein: Keinen einzigen Antrag hat PwC in den vergangenen Jahren abgelehnt. Zugleich ist das Unternehmen mit dem Ministerium auch sonst gut im Geschäft. Allein dreimal bekam es in den vergangenen fünf Jahren den Zuschlag für ein Gutachten im Bereich Schifffahrt. 2004 etwa bewerteten die Berater unter anderem den Erfolg der deutschen Schifffahrtssubventionen. Eine der Empfehlungen: Die Bundeszuschüsse müssten möglichst langfristig fortgeführt werden.