Steinmeier und Merkel streiten über G-8-Erweiterung
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) lässt Pläne für die Erweiterung der G-8-Gruppe ausarbeiten und sorgt damit für neuen Streit mit der Kanzlerin. Angela Merkel (CDU) lehnt es ab, die Gruppe der sieben führenden Industrienationen und Russlands zugunsten einer größeren Formation aufzulösen. Kanzlerkandidat Steinmeier drückt dagegen aufs Tempo. Sein Planungsstab hat eine vierseitige Blaupause für eine G-16-Gruppe erarbeitet, die besser imstande sei, "globale Zukunftsaufgaben" zu lösen. Zusätzlich zu den G8 USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien, Russland, Japan und Deutschland sollen der neuen "Kerngruppe" China, Indien, Südafrika, Mexiko, Brasilien und drei Staaten aus dem islamischen Raum angehören. Das Papier nennt die Türkei, als denkbar gelten zudem Indonesien und Ägypten. Auswahlkriterien seien neben der geografischen Ausgewogenheit "Bevölkerungszahl, Wirtschaftskraft und die Gestaltungskraft eines Landes". Steinmeiers Diplomaten beraten bereits mit der kommenden italienischen G-8-Präsidentschaft über erste Schritte zur Erweiterung: "Die G8 müssen schnellstmöglich über ihre zukünftige Struktur, neue Mitglieder und verbesserte Verfahren entscheiden", heißt es. Kanzlerin Merkel will an der bestehenden G-8-Gruppe festhalten und das Gremium allenfalls "themen- und anlassbezogen" erweitern.