Ernst August Prinz von Hannover kritisiert lange Justizwege
Ernst August Prinz von Hannover, 54, Marathon-Mann der deutschen Justiz, hat sich erstmals selbst zu der Entscheidung des Landgerichts Hildesheim geäußert, sein Strafverfahren fast neun Jahre nach einer Attacke auf einen deutschen Hotelier in Kenia und vier Jahre nach seiner Verurteilung neu aufzurollen. "Ich bin erleichtert, dass wir so weit gekommen sind", sagte der Prinz, merkte aber kritisch an, dass dies nur seinem Vorteil geschuldet sei, sich einen derart langen Rechtsweg überhaupt leisten zu können: "Ich denke an alle, die wie ich einer Tat zu Unrecht beschuldigt werden und die nicht die Kraft und die Mittel haben, diesen langen Weg durchzustehen." Zudem habe er sich nach früheren Ereignissen mit erheblichen "Vorurteilen" konfrontiert gesehen, die es "mir nicht einfacher gemacht" haben. "Kaum einer wollte mir noch glauben", klagte der Welfe. Der Anwalt des Prinzen, Hans Wolfgang Euler, kündigte an, dass in einem neuen Verfahren sowohl der Prinz als auch seine Frau, Prinzessin Caroline von Hannover, bereit seien, im Gerichtssaal aufzutreten.