Schwarzgeld aus der Flick-Affäre bei der Hessen-CDU - DER SPIEGEL
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Schwarzgeld aus der Flick-Affäre bei der Hessen-CDU

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Auf den Schwarzgeld-Konten der hessischen CDU lagerte Geld aus den Zeiten der Flick-Affäre. Nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL stammt ein erheblicher Teil der rund acht Millionen Mark, die in den achtziger Jahren den Grundstock der geheimen Kassen gebildet hatten, aus Zuwendungen der sogenannte Staatsbürgerlichen Vereinigung, einer Spendenwaschanlage der CDU, die im Zuge der Flick-Affäre aufgeflogen war. Schatzmeister Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein, so das Magazin, habe das Geld zunächst beim Schweizerischen Bankverein deponiert und zu guten Konditionen angelegt. "Auf diesen Teil der Geschichte bin ich noch heute stolz", zitiert das Blatt den heute 83jährigen ehemaligen Industriemanager. Ansonsten zeigte sich Wittgenstein zerknirscht: "Ich habe mich besudelt, ich habe einmal gelogen, das reicht mir für die wenigen Jahre, die mir verbleiben." Im übrigen seien nur hessische Christdemokraten eingeweiht gewesen – "kein Kiep, kein Kohl."

Nach SPIEGEL-Angaben sah sich die hessische Union, die am Freitagabend auf einer Pressekonferenz die systematische Fälschung der Parteifinanzen eingestand, auch durch Recherchen des Magazins zu dem Schritt in die Öffentlichkeit genötigt. Ein Redakteur des SPIEGEL hatte am Donnerstagnachmittag den hessischen Staatsminister und Parteivize Franz Josef Jung mit Fragen nach in Zürich verstecktem Partei-Vermögen konfrontiert. Noch am gleichen Abend beraumte Landeschef Roland Koch eine Krisensitzung ein. Jung, Chef der Wiesbadener Staatskanzlei und enger politischer Weggefährte des hessischen Ministerpräsidenten, war von 1987 bis 1991 Generalsekretär der Hessen-Union und möglicher Mitwisser der Millionenschieberei. Gegenüber dem SPIEGEL bestritt er allerdings, in die Finanzpraktiken des Schatzmeisters Wittgenstein eingeweiht gewesen zu sein.