BDI-Präsident Henkel plädiert für Neugestaltung des Tarifsystems - DER SPIEGEL
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BDI-Präsident Henkel plädiert für Neugestaltung des Tarifsystems

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel hat sich für eine grundlegende Neugestaltung des Tarifsystems ausgesprochen. Danach soll der Flächentarif nur noch einen Teil der jährlichen Lohnerhöhung festlegen, den Rest sollen Betriebsleitungen und Belegschaften in den Unternehmen aushandeln. Henkel sagte in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL: „Als Sockel empfehle ich eine Mindesttariferhöhung für die ganze Branche, die etwa bei einem Drittel des Produktivitätszuwachses liegen sollte. Der Rest ist dann in den Betrieben selbstverantwortlich zu vereinbaren, wie das in anderen Ländern durchaus üblich ist." Dies müsse darüber hinaus „nach der Leistung der einzelnen Mitarbeiter differenziert" geschehen, sagte Henkel weiter. "Warum, so frage ich mich, sollen eigentlich die Fleißigen in einem Unternehmen genau so viel bekommen wie diejenigen, die sich durchschleppen lassen?"

Zugleich bewertete Henkel den Ausgang der bevorstehenden Metall-Tarifrunde als entscheidend für die weitere Entwicklung im Bündnis für Arbeit. "Alles hängt an dieser Tarifrunde." Zudem habe Gerhard Schröder sein politisches Schicksal eng mit dem Bündnis verbunden. "Es ist das erste Mal, dass sich ein Bundeskanzler so direkt in Tarifverhandlungen einschaltet. Das ist mutig." Indem Schröder nach dem jüngsten Bündnis-Treffen von „Durchbruch" und "großem Erfolg" gesprochen habe, habe er "die Erwartungen nicht gerade verringert." Henkel: "Metall muss jetzt liefern."