Im Fall Baumann führt eine Spur in den Osten - DER SPIEGEL
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Im Fall Baumann führt eine Spur in den Osten

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In der Affäre um die mit einem Dopingmittel verseuchte Zahnpasta des Olympiasiegers Dieter Baumann verfolgt die eingesetzte Sondergruppe der Tübinger Landespolizeidirektion eine Spur in den Dunstkreis des DDR-Dopings. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, geht die Ermittlungsbehörde Hinweisen eines anonymen Briefes nach, in dem ein früherer DDR-Trainer als Drahtzieher der Zahnpasta-Manipulation mit Nor-Androstendion belastet wird. Wie DER SPIEGEL weiter schreibt, soll es sich dabei um eine Person handeln, die seit der Wende eine hochrangige Position im deutschen Sport einnimmt.

Auch Dieter Baumann geht davon aus, dass der Anschlag auf ihn nicht dem Läufer, sondern dem zukünftigen Sportfunktionär Baumann gegolten habe. Wie Baumann dem SPIEGEL sagte, sei in der Sport-Branche klar gewesen, dass er nach seinem Kariereende ein Amt im Sport angestrebt habe: "Aber meine Person hat mehr mit Politik zu tun, als mir immer klar war. Ich habe das unterschätzt, geglaubt, ich sei ein kleines Licht. Hier werden jetzt Rechnungen beglichen." Baumann vermutet, dass einige Kräfte im Sport seine Glaubwürdigkeit zerstören wollen: "Daran wird kräftig gearbeitet."

Unter dem Eindruck, dass sich der Verband von ihm entfernt, hat Baumann seine ursprüngliche Strategie geändert. Wollte er anfangs nichts davon wissen, mit rein juristischen Argumenten vom Dopingverdacht freizukommen, so denkt er nun anders und kündigt harte Auseinandersetzungen bis hin zu Schadensersatzklagen an. "Wenn der DLV sagt, wir gehen auf die Tube und einen Anschlag nicht ein, wir sperren dich. Dann will ich geklärt haben, inwieweit dieser Nandrolon-Fund überhaupt relevant ist." Das DLV-Präsidium entscheidet am kommenden Samstag über die Aufrechterhaltung der Suspendierung.