Bertelsmann will Musikriesen kaufen – Trennung von AOL? - DER SPIEGEL
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Bertelsmann will Musikriesen kaufen – Trennung von AOL?

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Medienkonzern Bertelsmann will in den nächsten Monaten ein großes Musikunternehmen kaufen, das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Danach stehen Sony Music und EMI ganz oben auf der Kaufliste. "Ich will noch in diesem Jahr die Nummer eins im Musikgeschäft werden", sagt Vorstandschef Thomas Middelhoff. Bislang ist die Bertelsmann Music Group Nummer vier.

Um nach dem Kauf des größten Konkurrenten Time Warner durch den Onlinedienst AOL im weltweiten Mediengeschäft mithalten zu können, möchte Bertelsmann künftig stärker investieren und mehr Bankkredite aufnehmen, heißt es im SPIEGEL. So soll die Konzernregel, wonach jede Investition 15 Prozent Rendite auf das eingesetzte Kapital bringen muss, abgeschafft werden. "Der Konzern ist jetzt entfesselt", zitiert das Blatt einen Topmanager. Laut dem Bericht habe AOL-Chef Steve Case zunächst seinem langjährigen Geschäftspartner Bertelsmann im Oktober 1999 eine Fusion angeboten, bei der das deutsche Unternehmen mit 70 Milliarden Mark bewertet worden sei. Der Eigentümer, die Bertelsmann-Stiftung, habe aber rundweg abgelehnt, da der Gütersloher Konzern unabhängig bleiben solle.

Nun will Bertelsmann wohl seinen Anteil an AOL (0,7) Prozent verkaufen. "Eine Finanzbeteiligung ist schließlich kein Stammgeschäft, wir brauchen die nicht", sagte Middelhoff dem Magazin. Auch der Bertelsmann-Anteil an dem 50:50-Unternehmen AOLEurope könne noch vor einem geplanten Börsengang verkauft werden, so DER SPIEGEL weiter, er sei allein über 20 Milliarden Mark wert. Telekom-Chef Ron Sommer habe bereits Interesse gezeigt.