Schröder wirbt für Koch-Weser als IWF-Chef - DER SPIEGEL
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Schröder wirbt für Koch-Weser als IWF-Chef

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im Gerangel um den Chefposten des Internationalen Währungsfonds (IWF) steuert Bundeskanzler Gerhard Schröder auf einen Konflikt mit Frankreich zu. Nachdem die Franzosen dem deutschen Kandidaten für dieses Amt, dem Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und ehemaligen Weltbank-Vizepräsidenten Caio Koch-Weser, ihre Unterstützung verweigern, hat Schröder die Personalie zur Chefsache erklärt, schreibt das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der aktuellen Ausgabe. In Telefonaten und einem Brief an die 24 Mitgliedsstaaten des IWF-Exekutivausschusses will er für Koch-Weser werben. Koch-Weser, so der Tenor des Briefs, sei der Kandidat, der von der großen Mehrheit der europäischen Länder unterstützt werde.

Schröder startet die diplomatische Offensive auch, weil Paris seit kurzem für einen eigenen Kandidaten wirbt: Laurent Fabius, einst Premierminister und derzeit Parlamentspräsident. Auch die Amerikaner blockieren Koch-Weser, allen voran US-Finanzminister Lawrence Summers. Der, so heißt es in Diplomatenkreisen, mache sich womöglich selber Hoffnungen auf den IWF-Job, falls er nach den US-Präsidentschaftswahlen arbeitslos wird. Auf die Schnelle, glauben IWF-Insider, werde sich die verfahrene Personalie nun nicht mehr regeln lassen. Sollte der derzeitige IWF-Chef Michel Camdessus sein Amt wie geplant im Februar niederlegen, müsse sein Vize Stanley Fischer für einige Zeit die Führung übernehmen.