CSU-Chef Seehofer will Konfliktkurs zur CDU fortsetzen
CSU-Chef Horst Seehofer will trotz Warnungen aus der CDU seinen Konfliktkurs gegen die Schwesterpartei fortsetzen. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler soll die europakritischen Vorstellungen der Partei, die in der CDU auf Ablehnung stoßen, künftig offensiver vertreten. Dabei hatte die CDU-Spitze Seehofer gewarnt, es mit den Konfrontationen nicht zu übertreiben. Die CSU sei im Steuerstreit mit seiner Partei an die Grenze gegangen, sagte Generalsekretär Ronald Pofalla bei der CDU-Vorstandsklausur vorvergangene Woche in Erfurt. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble erklärte, er wünsche sich von der CSU mehr Rücksicht auf die Geschlossenheit der Union. Seehofer will dennoch Volksabstimmungen über wichtige EU-Themen zum Wahlkampfthema machen. Bayerns Ministerpräsident möchte damit auch von einem strategischen Dilemma ablenken. Laut Umfragen ist die Mehrheit der CSU-Wähler zufrieden damit, dass die Partei nun in einer Koalition mit der FDP regieren muss. Dabei gehört die absolute Mehrheit zum Selbstverständnis der CSU. In Erfurt sagte Seehofer, dies sei eine schwierige Situation. Wenn man jetzt wieder von der absoluten Mehrheit spreche, wirke das, als nehme man das Signal der Wähler nicht ernst.