Bayern-Manager Hoeneß besorgt über Wirtschaftslage - DER SPIEGEL
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Bayern-Manager Hoeneß besorgt über Wirtschaftslage

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß äußert sich im Gespräch mit dem Nachrichten- Magazin DER SPIEGEL besorgt über die wirtschaftliche Situation im Weltfußball. Auch früher habe es Clubs gegeben, "die wegen ihrer Schuldenberge irgendwann nicht mehr mithalten konnten", sagt Hoeneß und nennt den FC Valencia und Lazio Rom als Beispiele. "Aber in dieser Krise geht es jetzt wirklich ans Eingemachte." Dass der russische Eigentümer des englischen Erstligisten FC Chelsea, Roman Abramowitsch, "in diesen Zeiten keine Lust mehr hat, jedes Jahr 100 Millionen Euro in den Fußball zu stecken, kann ich mir gut vorstellen", so der Bayern- Manager. "Vielleicht bekommen wir eine Wirtschaftskrise wie in den dreißiger Jahren." In sechs Monaten werde sich die Fußballwelt, "was die Besitzverhältnisse bei den Clubs anbelangt, ziemlich verändert haben". Hoeneß sieht aber den deutschen Fußball für die Wirtschaftskrise gerüstet: "Im Verhältnis zu anderen Ligen ist sie gut finanziert. Wir wissen aber nicht, wie sich die Zuschauer verhalten, wenn wir ein großes Arbeitslosenproblem bekommen sollten." Über seinen zum Jahresende geplanten Rückzug vom Managerposten des FC Bayern und den anstehenden Wechsel an die Spitze des Aufsichtsrates sagt Hoeneß: "Ich werde mich nicht ins Tagesgeschäft einmischen. Aber es gibt Dinge, die bei uns brachliegen. Zum Beispiel haben wir im Moment keine Zeit für Lobbyarbeit in der Politik, für die Kontaktpflege mit großen Firmen und Verbänden." Zufrieden äußert sich Hoeneß über die Arbeit von Münchens Trainer Jürgen Klinsmann. Dessen große Stärke sei die Kommunikation. "Als Bundestrainer kam er vielleicht eher stur rüber, ich ahnte gar nicht, dass er sich andere Meinungen anhört und sich von guten Argumenten überzeugen lässt." In dem Herbstmeister 1899 Hoffenheim sieht Hoeneß vor der Rückrunde der Bundesligasaison eine Herausforderung: "Die Hoffenheimer sind gut für Bayern München", sagt er dem SPIEGEL, "weil sie mit unglaublichem Engagement und vielen Ideen an die Dinge herangehen. Das ist erfrischend und fordert uns heraus."