Finanzministerium erlaubte schon 1973 Nachdruck des NS-Blatts "Völkischer Beobachter"
Das bayerische Finanzministerium hat nach Informationen des Hamburger Nachrichten- Magazins DER SPIEGEL den Nachdruck des "Völkischen Beobachter" und anderer NS-Blätter 1973 in einem ähnlichen Projekt wie den aktuell umstrittenen "Zeitungszeugen" genehmigt. Für das Projekt "Zeitungen als Dokumente", in dem Zeitungen ebenfalls nachgedruckt und mit einem Umschlag aus Kommentaren versehen wurden, bekam der damals zu Bertelsmann und Gruner + Jahr gehörende Orbis-Verlag eine offizielle Genehmigung.
.Der Historiker Götz Aly hält das Projekt "Zeitungszeugen" für "langweiligen Unsinn". Zwar könne man "das Zeug ruhig nachdrucken". Aber er selbst würde seinen Namen "nicht dafür hergeben, um die Nazi-Schmonzetten angeblich wissenschaftlich zu adeln". Die alten NS-Zeitungen besagten für sich genommen nichts, so Aly. Historiker sollten lesbare und erklärende Bücher schreiben "und sich nicht für den langweiligen Unsinn ,Zeitungszeugen' hergeben".