Sachsen gewährt Zuschüsse für künstliche Befruchtung - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Sachsen gewährt Zuschüsse für künstliche Befruchtung

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Als erstes Bundesland will der Freistaat Sachsen ungewollt kinderlosen Paaren anteilig Kosten für künstliche Befruchtungen erstatten. Hintergrund ist ein dramatischer Rückgang der Behandlungen seit dem Start des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes 2004. Seither übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nur noch maximal 50 Prozent der Behandlungskosten, und nach dem dritten gescheiterten Versuch stellen sie ihre Zahlungen komplett ein. Allein in Sachsen ging die Zahl der künstlichen Befruchtungen von 2003 zu 2007 um rund 1700 zurück. Bundesweit, so die Schätzungen, werden infolge der Gesetzesänderung 6000 Kinder weniger geboren. "Dies ist nichts anderes als eine soziale Selektion", beklagt Sachsens Sozialministerin Christine Clauß (CDU). Auch mit Blick auf die demografische Situation könne sich das Land diese negative Entwicklung nicht leisten. Von März an will Sachsen den Eigenanteil der Kinderwunschpaare aus Steuermitteln übernehmen – vorausgesetzt, die potentiellen Eltern sind verheiratet und die Frau ist nicht älter als 40 Jahre. Das Ministerium rechnet mit Ausgaben in Höhe von einer Million Euro.