Siemens fordert mehr als drei Millionen Euro Schadensersatz von Ex-AUB-Chef Schelsky
Der Münchner Siemens-Konzern will nicht nur bei knapp einem Dutzend hochrangiger Ex-Manager Schadensersatzforderungen von jeweils bis zu sechs Millionen Euro eintreiben (SPIEGEL 4/2009). Auch Wilhelm Schelsky, 60, der Ex-Chef der arbeitgeberfreundlichen und vom Konzern jahrelang mitfinanzierten Betriebsräteorganisation AUB, soll 3,4 Millionen Euro an Siemens zurückzahlen. Das Unternehmen reichte bereits am 31. Dezember beim Landgericht Nürnberg-Fürth Klage gegen den kurz zuvor zu einer viereinhalbjährigen Haftstrafe verurteilten Ex- Unternehmer ein. Schelskys Anwälte hatten gegen das Urteil wegen Betrugs, Steuerhinterziehung und Beihilfe zur Untreue Revision eingelegt. Bei dem Prozess im vergangenen Jahr war bekanntgeworden, dass Schelsky die verdeckten Siemens- Zahlungen in Höhe von rund 30 Millionen Euro unter anderem auch für private Ausgaben wie etwa die Renovierung seines Hauses oder die Unterstützung von Sportvereinen verwendet haben soll. Einen Teil des Geldes verlangt Siemens nun zurück. Außerdem weigert sich der Konzern, Schelsky früher vereinbarte Pensionsgelder zu überweisen. Weitere Ansprüche will das Unternehmen zumindest vorerst nicht geltend machen offenbar aus gutem Grund: Schelskys ehemals stattliches Vermögen ist inzwischen weitgehend eingefroren worden, vor allem, weil allein die Steuerbehörden von ihm Nachzahlungen in Höhe von zwölf Millionen Euro verlangen. Schelskys Anwalt Jürgen Lubojanski hält die Forderung des Konzerns für "unbegründet". Schließlich, argumentiert er, habe das Unternehmen die Zahlungen selbst veranlasst.