Metall-Arbeitgeber machen bislang kaum von tariflichen Flexibilisierungselementen Gebrauch
Allen Horrormeldungen über Auftragseinbrüche zum Trotz scheint zumindest die wichtigste Branche Deutschlands noch in einer vergleichsweise robusten Verfassung. So macht bislang kaum ein Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie von den Flexibilisierungselementen Gebrauch, die im letzten Tarifvertrag für die bundesweit 3,6 Millionen Beschäftigten vereinbart wurden. Der Vertrag ermöglicht es, die im Mai anstehende zweite Stufe der Tariferhöhung um 2,1 Prozent um maximal sieben Monate zu verschieben. Zudem kann die beschlossene Einmalzahlung im September in Höhe von 122 Euro entfallen oder gekürzt werden, wenn wirtschaftliche Bedingungen es erforderlich machten. Bislang gebe es jedoch "keine nennenswerte Zahl von Arbeitgebern, die eine konkrete Absicht geäußert hätten", die im Mai anstehende Erhöhung später bezahlen zu wollen. Auch eine vermehrte Abweichung vom Tarifvertrag ist nicht festzustellen. Nach der früheren Pforzheimer Vereinbarung, die im neuen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung aufgegangen ist, können Unternehmen in ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten zeitlich befristet und in Abstimmung mit der IG Metall geringere Entgelte zahlen oder abweichende Arbeitszeitregelungen vereinbaren. Seit Sommer seien weniger als hundert Fälle verzeichnet worden. Die Gewerkschaft erklärt sich die Zurückhaltung damit, dass die Arbeitgeber erst das Instrument der Kurzarbeit nutzen wollen.