Indischer Strahlenschrott in zwölf Bundesländern
Deutsche Behörden haben in zwölf Bundesländern mehr als 150 Tonnen radioaktiv belastete Metallteile ausfindig gemacht. Die Kontaminationen werden durch das radioaktive Isotop Kobalt 60 verursacht, das hauptsächlich aus drei indischen Gießereien in verschiedenste Produkte in Deutschland gelangt ist. Einem internen Vermerk aus dem Bundesumweltministerium zufolge überschritten fünf Tonnen Edelstahlspäne den gesetzlichen Grenzwert so sehr, dass sie der Gesellschaft für Nuklear- Service (GNS) übergeben werden mussten. Bekannt sind den Behörden bisher Kontaminationen bei Ventilen, Gussteilen, Edelstahlseilen, Maschinenteilen und Altmetallspänen. Fachleute aus dem Bundesumweltministerium sagen, der Import des radioaktiv verseuchte Metalls habe eine "riesige Dimension". Der erste Fund vom August 2008, ein Container mit belasteten Edelstahlstangen im Hamburger Hafen, strahlte besonders stark. Der Aufenthalt in der Nähe des Materials hätte nach knapp 24 Stunden mehr als die Strahlendosis von einem Millisievert ergeben, die laut Strahlenschutzverordnung einem Normalbürger für ein ganzes Jahr erlaubt ist.