Münchener-Rück-Chef kritisiert Boni-Regeln: "Es gab klare Exzesse" - DER SPIEGEL
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Münchener-Rück-Chef kritisiert Boni-Regeln: "Es gab klare Exzesse"

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Nikolaus von Bomhard, Vorstandschef des Versicherungsgiganten Münchener Rück, hat bisherige Boni-Regeln, aber auch die Schöpfer solcher Vergütungsprogramme scharf kritisiert: "Es gab klare Exzesse", sagte er in einem Gespräch mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Gerade die "hohen, kurzfristigen Boni" hätten als "eine Art Brandbeschleuniger der Krise" gewirkt. Angesichts der "ungeheuerlichen Dimension dieser Krise" müsse man sich aber auch "überlegen, ob man nur die Manager kritisiert oder nicht auch die Aufsichtsräte und Investoren, die solche Vergütungssysteme geschaffen haben". Die nun einsetzende öffentliche Erregung findet der Münchener-Rück-Chef dabei "völlig legitim". Er habe "großes Verständnis" für politische Pläne, die Boni nun zu deckeln. Im Gespräch mit dem SPIEGEL zeigte sich Bomhard allerdings auch "sicher, dass Appelle und Kritik auch so greifen werden. Das Pendel wird nun in die andere Richtung ausschlagen". Er halte Wettbewerb zwar "generell für notwendig. Aber man muss diesem Wettbewerb auch Grenzen setzen, einen Ordnungsrahmen schaffen". Große Bereiche der Finanzindustrie seien für viele Bürger noch immer "vollkommen intransparent". Das schaffe "erst Unsicherheit, dann Misstrauen und kann am Ende dazu führen, dass gesellschaftliche Gruppen weit auseinanderdriften". Bomhard weiter: "Das ist eine große Gefahr für unsere Gesellschaft." Neben den Boni-Exzessen sieht der Vorstandschef allerdings zwei weitere Grundprobleme: Einerseits "die oft völlig unzureichende Qualität des Risikomanagements", andererseits mangelnde "persönliche Verantwortung" vieler Top-Manager. Bomhard: "Wenn die Musik ganz laut spielt, muss man auch mal zu sagen wagen: Nein, ich tanze nicht mit!"