Bundesregierung vermittelt im Fall des israelischen Piloten Ron Arad
Das Rätsel um den 1986 über dem Libanon abgeschossenen Navigator der israelischen Luftwaffe, Ron Arad, steht auf Grund geheimer Vermittlung der Bundesregierung offensichtlich vor einer Lösung. Arad war in die Hände von schiitischen Widerstandskämpfern gefallen, später aber angeblich spurlos aus seinem Gefängnis ver-schwunden. Dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL sagte der Generalsekretär der von Iran unterstützten Islamisten-Organisation Hisbollah im Libanon, Scheich Hassan Nasrallah, dass seine Kämpfer die gezielte Suche nach Arad begonnen hätten: "Wir konzentrieren uns allerdings darauf, zu erfahren, wo er beerdigt ist", räumte der Führer der Hisbollah (Partei Gottes) ein.
Nasrallah schließt aus, dass sich Arad in der Ge-walt von syrischen oder iranischen Gruppen befindet. Den Leichnam des Navigators will Nasrallah nur "im Austausch gegen unsere Kämpfer zurückgeben, die in Israels Gefängnissen sitzen". Bei dem Handel, so der Hisbollah-Führer, komme der Bundesregierung eine "wichtige Mittlerrolle" zu. Nasrallah zum SPIEGEL: "Kanzler Schröder hat uns gute Leute gesandt, die sehr effizient und professionell arbeiten. Mit denen verhandeln wir. Wir werden wohl bald zu klaren Ergebnissen kommen."