Bundesländer fahnden nach radioaktiven Edelstahlprodukten
Die Bundesländer fahnden nach Edelstahlprodukten, die mit dem radioaktiven Isotop Kobalt 60 belastet sein könnten. Nachdem in den vergangenen Monaten viele Tonnen strahlender Abfallspäne gefunden worden waren, suchen die Behörden nun nach den Produkten, bei deren Herstellung diese Späne angefallen sind. "Wir bemühen uns, die ganze Produktionskette zu rekonstruieren", sagt Ulrich Lensing vom nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium. Man müsse davon ausgehen, dass nicht nur Abfallspäne, sondern auch die bearbeiteten Edelstahlteile von Kontaminationen betroffen seien. In Mecklenburg-Vorpommern hatten schwach strahlende Späne, die ein Schrotthändler gefunden hatte, zu einem Metallbaubetrieb geführt. Dort entdeckten die Ermittler Maschinenteile, die mit dem 60fachen des Grenzwerts belastet waren. Strahlende Späne wurden auch in Aschaffenburg und Trier gefunden. Für die mehr als 150 Tonnen radioaktiv belasteten Edelstahls aus Indien, die in zwölf Bundesländern gefunden wurden, zeichnet sich unterdessen eine Lösung ab. Bund und Länder wollen das belastete Material vom Krefelder Spezialunternehmen Siempelkamp Nukleartechnik in einer Spezialanlage einschmelzen lassen.