Finanzsenator Sarrazin reklamiert Spitzenressort bei der Bundesbank für sich - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Finanzsenator Sarrazin reklamiert Spitzenressort bei der Bundesbank für sich

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) sorgt bereits vor seiner offiziellen Berufung in den Vorstand für Unruhe bei der Bundesbank. So hat er bereits den Aufgabenbereich "Internationale Beziehungen", den bisher Hermann Remsperger verantwortet, für sich reklamiert. In der Notenbank verursacht das erheblichen Unmut. Denn für das abwechslungsreiche Ressort interessieren sich auch andere Vorstandsmitglieder. Sowohl Hans-Helmut Kotz, der bislang für Märkte zuständig ist, als auch Rudolf Böhmler (CDU), das am kürzesten amtierende Mitglied des Gremiums, würden gern andere Aufgaben übernehmen. Böhmler leitet derzeit unter anderem die Gebäudeverwaltung. Ein dritter Mann mit Ambitionen auf das Amt wäre wohl auch Hans Georg Fabritius, dem bisher die Handelsgeschäfte sowie das Controlling unterstehen, berichten Insider. "Eigentlich ist es bei uns üblich", so ein hochrangiger Bundesbanker, "dass einer, der hier anfängt, sich erst einmal vorstellt, bevor er Ansprüche erhebt." Sarrazins forsches Auftreten könnte indes kontraproduktiv sein: Über die Aufgabenverteilung entscheidet der Vorstand mehrheitlich – und Bundesbankpräsident Axel Weber hat ein Vetorecht.