Springer-Chef Döpfner warnt vor Staatshilfe für die Presse
Der Chef des Axel-Springer-Verlags, Mathias Döpfner, hat sich energisch gegen mögliche Staatshilfe für notleidende Verlage ausgesprochen. "Das wäre ein rabenschwarzer Tag für die Pressefreiheit in diesem Land und ein wahrer Tabubruch", sagte Döpfner im Gespräch mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Selbst ein bankrottes Medienunternehmen ist besser als ein staatlich finanziertes und gelenktes."
Er halte willkürliche Subventionen in den meisten Fällen "für ordnungspolitischen Wahnsinn den Staatseinstieg bei der Commerzbank inklusive". Döpfner weiter: "Ich begreife den Staat nicht als Getränkeautomaten, wo sich jeder mal was abzapfen kann, der gerade Durst hat."
Die deutschen Verlage sollten den Wandel der Branche als Chance begreifen: "Was mich stört, ist die Weinerlichkeit in Teilen unserer Zunft. Es nutzt nichts, die Leser zu beschimpfen, wenn sie Richtung online abwandern", sagte Döpfner und forderte "eine Aufhebung aller Werbeverbote", eine "Modernisierung des Kartellrechts" und "eine Anpassung des Urheberrechts".