Polens Premier glaubt an versöhnliche Lösung in der Causa Steinbach - DER SPIEGEL
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Polens Premier glaubt an versöhnliche Lösung in der Causa Steinbach

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Polens Ministerpräsident Donald Tusk geht davon aus, dass die deutsche Seite demnächst darüber entscheidet, wie der Rat der "Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung" besetzt werden wird, und zwar ohne dass es zu Verstimmungen zwischen Warschau und Berlin kommt. Das bekräftigte der Premier gegenüber dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL Freitagabend nach seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Hamburg. Er gab damit einen Anhaltspunkt darauf, dass die umstrittene Chefin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, dem Gremium wohl nicht angehören wird. Die Causa Steinbach sei ein "deutsches Dilemma", so Tusk im SPIEGEL-Interview, doch seien die Polen "sehr empfindlich, wenn es um die Verteidigung der Wahrheit über den Zweiten Weltkrieg geht. Da sind wir obsessiv - und werden es immer bleiben". Was die mögliche Stationierung des amerikanischen Raketenabwehrschirms in Polen betrifft, so sollten es die anderen Nato-Mitglieder akzeptieren, wenn Warschau und Washington zu der Überzeugung kämen, er stärke die Sicherheit beider Staaten. Sollte die Stationierung aufgeschoben werden, müssten andere Komponenten des Vertrags sofort umgesetzt werden und die Polen amerikanische Patriot-Raketen erhalten, so der Regierungschef. Mit Blick auf die Wirtschaftskrise warnte Tusk eindringlich vor einer "bröckelnden Solidarität innerhalb der Europäischen Union". Auch aus Deutschland seien Stimmen zu hören, jetzt vornehmlich den Ländern der Euro-Zone zu helfen. Das aber würde Europa in zwei Teile zerfallen lassen. Tusk: "Die größte Gefahr ist eine faktische Spaltung. Es darf nur eine Strategie für alle Europäer geben."