Bundesregierung plant Übernahmeangebot an freie Hypo- Real-Estate-Aktionäre, falls Enteignungsgesetz scheitert
Für den Fall, dass das Gesetz für eine Enteignung der bisherigen Aktionäre der Hypo Real Estate scheitert, hat die Bundesregierung einen Plan B entwickelt, um die volle Kontrolle über das marode Institut zu erlangen. Das Modell ist zwischen den Experten des Bundesfinanzministeriums und dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung abgesprochen und ähnelt einer feindlichen Übernahme. Der Bund würde die Bank, die dringend Kapital benötigt, dann kurzfristig mit einer auf wenige Wochen befristeten stillen Einlage stabilisieren. Gleichzeitig würde er den Aktionären ein Übernahmeangebot machen das jedoch deutlich unter dem Preis läge, den der an der HRE beteiligte US-Investor Christopher Flowers derzeit noch vom Bund fordert. Regierungsbeamten zufolge will er für seine Aktien fünf Euro pro Stück, Flowers dagegen beteuert, dass er an einem Verkauf generell nicht interessiert sei. Vergangenen Freitag notierten die Papiere bei knapp 90 Cent. Mit einer Hauptversammlungsmehrheit könnte der Bund dann die nötigen Kapitalmaßnahmen beschließen und in einem zweiten Schritt die restlichen Aktionäre aus dem Unternehmen drängen. Nach Ansicht vieler Experten ist die volle Kontrolle des Staates bei der HRE unumgänglich, um weiteren Schaden vom Finanzmarkt abzuhalten.