Bayerns Justizministerin will Gesetz gegen Sportbetrug - DER SPIEGEL
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Bayerns Justizministerin will Gesetz gegen Sportbetrug

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bayerns Justizministerin Beate Merk fordert eine neue Diskussion über ein deutsches Anti-Doping-Gesetz. "Wir sollten Doping endlich aus dem Arzneimittelgesetz herauslösen und in einem eigenen Gesetz regeln. Das wäre ein klares Signal", sagt die CSU-Politikerin angesichts der jüngsten Fahndungserfolge in Österreich. Dort sind der ehemalige Skilanglauftrainer Walter Mayer, ein Apotheker und ein Radprofi verhaftet worden. Sie werden verdächtigt, mit Dopingmitteln gehandelt zu haben; ihnen drohen bis zu fünf Jahren Haft. Seit August 2008 gilt der Handel mit Dopingmitteln in Österreich als Straftat. In Deutschland wird lediglich der Besitz "nicht geringer Mengen" geahndet. Vor anderthalb Jahren war das Arzneimittelgesetz zwar verschärft worden, für ihre Forderung nach einem eigenständigen Anti-Doping-Gesetz hatte Merk jedoch keine Mehrheit gefunden. Auch Österreich geht der Ministerin nicht weit genug. "Es fehlt etwas ganz Zentrales: Der Sportler selber wird nicht belangt. Es muss strafbar sein, sich Dopingmittel jeglicher Art zu verschaffen und sie zu besitzen. Wenn ein Athlet versucht, auf solch unfaire Weise mehr Geld zu verdienen, dann versucht er zu betrügen." Sportbetrug sollte laut Merk als Straftatbestand festgehalten werden, "damit Staatsanwälte rechtzeitig und gezielt ermitteln können". Aufgrund von Wettmanipulationen im Fußball und Bestechungsvorwürfen im Handball müsse man auch "intensiv darüber diskutieren", ob der Begriff des Sportbetrugs nicht weiter zu fassen sei. Merk kritisiert außerdem, dass Funktionäre in Rechtsfragen oft auf die Autonomie des Sports pochen. "Warum diese Angst vor der Strafgerichtsbarkeit? Gesetze sind eine Hilfe, nicht eine Einmischung des Staates in ureigene Belange des Sports. Es ist klar, dass der Sport mit der Problematik allein nicht fertig wird."