Koalition zankt sich um Nato-Personalie - DER SPIEGEL
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Koalition zankt sich um Nato-Personalie

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Seit Wochen zanken die Beamten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) um eine prestigeträchtige internationale Personalie. Es geht um den deutschen Vertreter in einem geplanten Expertengremium, das Vorschläge zur Reform der Nato ausarbeiten soll; in dem Streit wurden bereits vier renommierte Kandidaten verschlissen. Das Auswärtige Amt hatte zunächst Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) für den "Rat der Weisen" vorgeschlagen. Das Kanzleramt lehnte ab, weil es Militärpolitiker für den Posten bevorzugt. Merkels Leute präsentierten zwei ehemalige Vier-Sterne-Generäle: Klaus Naumann, einst Vorsitzender des Nato-Militärausschusses, dann Rainer Schuwirth, früher Stabschef im Nato-Hauptquartier. Das Auswärtige Amt sagte zweimal nein: Militärs seien schlecht geeignet, eine gründliche Reform der Nato zu betreiben. Am Kanzleramt scheiterte wiederum der Vorschlag aus Steinmeiers Haus, den Ex-Botschafter Wolfgang Ischinger, derzeit Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, nach Brüssel zu senden. Das Auswärtige Amt plant nun, den FDP-Außenpolitiker Werner Hoyer zu nominieren – Ausgang offen.