Neuerliche Investoren-Debatte in der Fußball-Bundesliga
Bei der ordentlichen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am kommenden Dienstag in Frankfurt will Martin Kind, Vereinschef von Hannover 96, einen Vorschlag zur Abschaffung der 50+1-Regel präsentieren. Diese Regel verhindert, dass Investoren bei den Profi-Clubs die Stimmmehrheit haben. Nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL schlägt Kind vor, dass die potentiellen Investoren ihre Anteile mindestens zehn Jahre halten müssen, außerdem sollen sie mindestens sechs Jahre lang bei den Clubs in erheblichem Maße engagiert gewesen sein. Ein entsprechendes Papier wurde den 36 Erst- und Zweitligisten bereits vorgelegt, weitere Details will Kind am Dienstag vorstellen. Kind selbst will mit einer Gruppe von regionalen Unternehmern das Stammkapital der Hannover 96 GmbH & Co KGaA, die den Profifußball betreibt, von fünf auf 30 Millionen Euro erhöhen. Bei der nächsten Vollversammlung der DFL, die noch nicht terminiert ist, will er über die Abschaffung der 50+1-Regel abstimmen lassen. Sollte er nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit erreichen, strebt er eine gerichtliche Klärung an. In der Vergangenheit waren Vorstöße von Kind zur Öffnung des Fußballs für Investoren fast einhellig abgelehnt worden, inzwischen bekommt er Unterstützung für seine Pläne vom FC Bayern. "Wir haben zwar nicht vor, jemals die Mehrheit am Verein abzugeben, aber ich bin kein Gegner der Idee, die Clubs für Investoren zu öffnen, wenn gewisse Leitplanken gesetzt sind", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge dem SPIEGEL. Darüber hinaus gibt es noch eine Initiative von Peter Peters, dem Geschäftsführer von Schalke 04 und Mitglied im Vorstand der DFL. Er will die Vorteile der Konzernclubs Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg, die von der 50+1-Regel ausgenommen sind, sowie von 1899 Hoffenheim mit dem Sponsor Dietmar Hopp einschränken. "Ich könnte mir eine Regelung vorstellen, nach der die Kosten für die Lizenzspieler in einem festen prozentualen Verhältnis zur tatsächlichen Ertragskraft eines Clubs stehen müssen, unabhängig von Form und Höhe der jeweiligen Clubfinanzierung", sagte Peters dem SPIEGEL. Das würde gewaltige Anschubfinanzierungen wie die von Volkswagen beim VfL Wolfsburg einschränken. Der Konzern soll in den dieser und der vergangenen Saison insgesamt 80 Millionen Euro investiert haben. Die Mannschaft von Felix Magath ist derzeit Tabellenzweiter und trifft im Spitzenspiel der Bundesliga am kommenden Samstag auf den FC Bayern München.