Bundesländer verschieben Giftmüll - DER SPIEGEL
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Bundesländer verschieben Giftmüll

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eine bundesweite Überwachung des Müll-Tourismus fordert Ulrike Höfken, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. "Es darf nicht mehr vorkommen, dass gefährliche Abfälle über Landesgrenzen gebracht werden und dann keiner mehr weiß, was dort verbuddelt wird", sagt die Abgeordnete der Grünen. Anlass ist die Sanierung einer Chemiemüllhalde in Baden-Württemberg. In der Deponie Hirschacker in Grenzach-Wyhlen an der deutsch-schweizerischen Grenze hatte die chemische Industrie aus Basel, zum Beispiel das Unternehmen Roche, jahrelang auch hochgiftige Stoffe entsorgt. Im Zuge einer Teilsanierung des Geländes sollte Material zunächst auf die ehemalige Hausmülldeponie von Freiburg gebracht werden. Die Behörden lehnten dies allerdings ab, weil unklar war, woraus der Abfall besteht. Daraufhin wurde der Industriemüll kurzerhand auf Deponien nach Rheinland-Pfalz transportiert und soll dort unter anderem als Unterlage für einen Golfplatz genutzt werden. Im Zuge einer Nachmessung sind nun in einer der Proben hohe Dioxinwerte gefunden worden. Das Material hätte demnach nicht auf den Deponien ausgebracht werden dürfen. Im Müllgeschäft dürfe nicht ähnlich wie bei den Gammelfleisch-Skandalen der deutsche Föderalismus missbraucht werden, sagt die Grünen-Politikerin Höfken. Sie schlägt deshalb vor, eine bundesweite Stelle einzurichten, um Analysen und Transporte des Giftmülls zu kontrollieren und zu koordinieren.