Regierung muss eigene Forschung an Gentech-Mais einstellen
Die Bundesregierung muss nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL ihr eigenes Forschungsprogramm mit gentechnisch verändertem Mais vorzeitig abbrechen. Grund dafür ist, dass bei den seit 2005 laufenden Versuchen die Sorte MON 810 verwendet wurde. Den Anbau dieser Sorte hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) Mitte April verboten. Ziel des Forschungsprogramms war es, die Koexistenz von gentechnisch verändertem und konventionellem Mais zu untersuchen. Diese Daten werden den Wissenschaftlern nun fehlen.
Nach SPIEGEL-Informationen hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Aigner eine Woche vor dem MON-810-Verbot gewarnt, dass wissenschaftliche Studien über mögliche Umweltrisiken, mit denen Aigner ihr Verbot nun vor Gericht begründen muss, nicht stichhaltig seien. Der Geschäftsführer der BASF Plant Science, Hans Kast, kritisiert den Kurs der CSU. Die nächsten Investitionen, sagt er, würden dorthin fließen, wo die Zukunftsmärkte seien, wo es möglich sei, "aus wissenschaftlicher Kompetenz wirtschaftlichen Erfolg zu machen". Vor allem Asien sei ein Markt mit Zukunftspotential. Dagegen bekräftigte der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer den Kurs seiner Partei. Er sagte dem SPIEGEL: "Forschung mit gentechnisch veränderten Pflanzen gehört für mich nicht auf das freie Feld."