Krankenkassen drängen auf Korrektur der Gesundheitsreform
Spitzenvertreter der gesetzlichen Krankenversicherung drängen darauf, die Gesundheitsreform in wesentlichen Teilen zu korrigieren. Ihre Kritik richtet sich dabei gegen den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen. Wie viel Geld eine Kasse bekommt, hängt neuerdings maßgeblich davon ab, an welchen Krankheiten ihre Versicherten leiden. Der AOK-Bundesverband schlägt nun vor, diese Angaben künftig strenger zu überprüfen. Es sei falsch, sich allein auf die womöglich manipulierten Diagnosen der Ärzte zu verlassen. Stattdessen sollte kontrolliert werden, ob tatsächlich auch die dafür jeweils vorgesehenen Medikamente verschrieben wurden, heißt es in einem zehn Seiten langen Schreiben des AOK-Bundesverbandes an das zuständige Bundesversicherungsamt. Ferner sei darauf zu achten, "dass keine Anreize für medizinisch nicht gerechtfertigte Leistungsausweitungen geschaffen werden". Kritik übt der AOK-Bundesverband auch daran, dass einige schwere Krankheiten mit Komplikationen und Kassen mit überdurchschnittlich vielen Sterbefällen nicht ausreichend berücksichtigt würden.