Spendenspur nach Paraguay
Die Spur der hessischen CDU-Millionen führt auch nach Paraguay. Nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL haben der langjährige hessische CDU-Schatzmeister Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein und sein Finanzberater Horst Weyrauch Kontakte in das südamerikanische Land genutzt, um eine Legende für angebliche Vermächtnisse konstruieren zu können.
DER SPIEGEL zitiert einen deutschstämmigen Geschäftsmann in Paraguay, der angibt, er habe für Weyrauch "mehr als 200" fingierte Totenscheine besorgt - angeblich von deutschen Auswanderern. Ein bestechlicher Arzt habe für jedes Papier 200 Dollar bekommen, er selbst habe pro Stück 5000 Dollar kassiert: "Wir gingen davon aus, dass aus Deutschland Anfragen wegen der Erbschaften kommen würden, doch das geschah nie", sagte der Unternehmer dem SPIEGEL. Im Ernstfall hätte er auf einem Friedhof in Paraguay "eine Grabplatte mit dem Namen aufstellen lassen".
Um Tarnkonten der erfundenen Toten einrichten zu können, habe er nach Absprache mit Weyrauch auf der Karibik-Insel Anguilla mit einer Einlage von 15000 Dollar die "La Sabina Bank" gegründet. Dem Institut sei aber auf Grund von Anti-Geldwäsche-Gesetzen nach drei Jahren die Lizenz entzogen worden. Auf den Konten der "La Sabina Bank" sei keine Transaktion abgewickelt worden.
Wie das Magazin weiter berichtet, hat die CDU-Führung von Weyrauch eine eidesstattliche Erklärung verlangt, ob die Bundes-CDU über Auslandskonten verfügte. Weyrauch, so das Blatt weiter, habe der Partei mittlerweile mit Konsequenzen gedroht: "Wenn ihr gegen mich vorgeht, dann wird die Republik erschüttert."