Haider sieht in einer Rechtskoalition ein Modell für Europa - DER SPIEGEL
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Haider sieht in einer Rechtskoalition ein Modell für Europa

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Trotz einer Vielzahl internationaler Proteste gegen eine Regierungsbeteiligung seiner FPÖ glaubt Österreichs Populist Jörg Haider nicht, dass sein Land wie unter Präsident Waldheim einer diplomatischen Isolierung ausgesetzt sein wird. "Der internationale Aufschrei war zu erwarten", sagt Haider in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL, "aber der hat sich in ein paar Wochen gelegt." Man habe ihn jahrelang verteufelt und müsse nun zur Kenntnis nehmen, "dass der Wähler das anders sieht, weil wir eine konstruktive Kraft sind."

Die neue ÖVP/FPÖ-Koalition mit einem vernünftigen "Rechtsprofil", so Haider, könne "ein Modellfall für mehrere Regierungen in Europa werden. Das ist es ja, was die Linke in Wahrheit am meisten fürchtet - dass nämlich ein solches Modell funktioniert." Haider kündigte zur Entschädigung von Zwangsarbeitern einen doppelten Vorstoß an: "Wir bekennen uns dazu, dass wir auch verschiedene Dinge in Ordnung zu bringen haben." Wie in Deutschland werde es einen Regierungsbeauftragten geben, der die Regelung der Ansprüche von NS-Zwangsarbeitern zu koordinieren habe zwischen Privatwirtschaft und staatlichen Institutionen. Gleichzeitig, so Haider, müssten aber auch Verhandlungen mit jenen Ländern aufgenommen werden, "die noch nach Ende des Krieges Österreicher in Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit gehalten haben." Es gebe hier schließlich ein international gültiges Recht.