Doppelspiel ums Berliner Stadtschloss
Entgegen öffentlichen Ankündigungen der Bundesregierung bremst Bauminister Reinhard Klimmt nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIUEGEL die Entscheidung über einen Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses. Im Dezember hatte das Kabinett den Minister aufgefordert, mit ausgewählten Investoren auszuloten, wie der zentrale Ort ohne zusätzliche öffentliche Mittel bebaut werden kann; wie schon die Vorgänger-Regierung will auch Rot-Grün lediglich das bundeseigene Palastgrundstück kostenlos bereitstellen. Potenzielle Investoren - die Deutsche Bank, die Fundus Gruppe, Roland Ernst, die Hypo-Real Bank sowie der Projektentwickler Hanseatica - hatten jedoch ihr Interesse bereits 1998 davon abhängig gemacht, dass sich der Bund an Investitionen und Betriebskosten beteiligt. Das Bauministerium hat diese Investoren-Angebote bis heute noch nicht einmal bewertet. Unklar ist auch, wann und mit welchem konkreten Auftrag Klimmt eine internationale Expertenkommission "Historische Mitte Berlin" einberuft. Einer öffentlichen Debatte ist der zuständige Bau-Staatssekretär Henner Wittling bislang ausgewichen. Während Bürgermeister Eberhard Diepgen verkündet, die Gruppe solle Mitte Februar ihre Arbeit aufnehmen, erklärt ein hoher Beamter des Klimmt-Ministeriums: "Dafür sind wir nicht zuständig."